....Sie stellt immer wieder neu die Grenzen ihres Schaffens in Frage, und sucht ohne Unterbrechung nach Wegen, ihre Phantasien so
realistisch und verständlich wie möglich einem uneingeschränkten Publikum nahe zu
bringen. Ein unbedarfter Betrachter ihrer Werke kann sich auf diese Weise nicht weniger
Inhalte erschließen als ein in ihrer Kunst Eingeweihter...
Lausitzer Rundschau/Elbe-Elster Rundschau
...Jeder Blick auf ihre Bilder lässt immer wieder Neues entdecken, zugleich ein Ausdruck ihrer eigenen ungewöhnlich reichen Phantasiewelt....
...Beim Betrachten der durchweg detailgetreuen Bilder, spürt man Carmen Rehbeins
Empfindungen deutlich....
Lausitzer Rundschau/Elbe-Elster Rundschau
Laudatio (Auszug)
Die Kunsthistorikerin Frau Doris Müller anlässlich einer Ausstellung Carmen Rehbeins in der Galerie im Golfklub bei Karlsruhe am 2. Juli 1999:
Ganz verschiedenartige Arbeiten sind von ihr präsentiert. Verschiedenartig dabei nicht im Bezug auf Material und Technik, sondern von Motiv und Thema aus gesehen.
In vielschichtiger Weise versteht sie es dabei, dem Betrachter den Menschen bzw. seine
Umwelt nahe zu bringen, meist ohne dass dieser selbst in Erscheinung tritt.
Der Mensch, der seine Schuhe abgestellt hat ("Trilogie
Schuhe"),
der seine Spuren im Sand hinterlassen hat ("Circuläre
I
und II"),
oder dessen Mantel - real nicht mehr vorhanden - als
Schatten an der Wand verblieben ist ("Der letzte
Kunde").
Wird der Mensch dagegen Gegenstand einer Arbeit, wird er verfremdet.
So tritt er beim Bsp. "Galerie" in
Erscheinung allerdings nur als sein Spiegelbild, in Form des bis ins unendliche
wiederholbaren, vielfach gespiegelten und immer kleiner werdenden Bildes, eher ein
Schattenriss als wirkliches Abbild.
An dieser Stelle soll nun der Begriff "vielschichtig" - im übertragenem Sinn
verstanden - noch einmal aufgegriffen werden.
Das imaginäre Fortschreiben der Darstellung über die Bildebene hinaus ("Circuläre I und II"),
aber auch das Vermischen von realer Welt und Traumwelt (Bsp: Der letzte Kunde) mag Sinnbild zum einen für die
Überwindung von Grenzen jeglicher Art sein, mag aber auch für die Spuren der ganz individuellen Biografie stehen.
Es ist aber auch der Versuch unternommen, das Individuum darzustellen, das sich mit
seiner Umwelt auseinandersetzen, sich in ihr behaupten und durchsetzen muss.
In diesem Sinn dürfte das Motiv der Arbeiten "Trianguläre"
zu deuten sein.
Die Wirkung des Unterbewusstseins spielt dabei eine große Rolle, zum Ausdruck kommt dies
z.B. im Erschließen von Räumen hinter der Bildebene, d.h. in Öffnungen ins Unbekannte
und Ungewisse.
Fast wie im Alptraum wird der Betrachter von diesen Öffnungen angezogen.
Diese Öffnungen können als Symbol des Aufbruchs zu etwas Neuem oder des Ausbrechens aus
wohlbekannten Räumen verstanden werden, oder noch stärker, als Betreten von Neuland.
Jeder Betrachter mag es für sich persönlich deuten.
Die spielerische Spannung von Carmen Rehbeins Arbeiten entstehen aus mehrfach
verstärkten Kontrast zwischen Illusion und Verfremdung.
Wie im Traum verbindet sich Reales mit Surrealem, verschwimmen die Grenzen der sichtbaren
und imaginären Welt,
ihre Arbeiten nehmen den Betrachter gefangen und geben ihm Rätsel auf.
Doris Müller M.A.
...Die Bilder der Malerin Carmen Rehbein sind so, wie alle Gemälde sein sollten: Sie regen zu langer Betrachtung und zum Nachdenken an und geben immer neue Einblicke preis. Das liegt nicht zuletzt in den von ihr verwendeten Techniken der Circulären und Triangulären Malerei...
USEDOM exclusiv
...Ihr Kennzeichen: Aus unterschiedlichen Blickwinkeln ergeben sich immer wieder völlig neue Ansichten. "Nichts ist so wie es auf den ersten Blick erscheint", sagt die die Malerin, "ich will dem menschlichen Auge neue Perspektiven erschließen, den Blick für die ungewöhnlichen Aspekte im Alltag öffnen."
USEDOM exclusiv
...Das Besondere an Carmen Rehbeins Bildern besteht im Realismus der dargestellten
Motive - gedreht um 90 Grad - verändern zudem viele ihrer Bilder unvorhergesehen ihre
Aussage...
Lausitzer
...Von jedem Tisch eröffnet sich eine andere Perspektive auf die Figuren - die
scheinbar sitzen, stürzen, miteinander ringen. "Trianguläre Malerei" nennt
Carmen Rehbein Ihre Kunst: " Ich will das menschliche Auge täuschen. Nichts ist so
wie es erscheint" sagt sie nachdenklich....
"MITTEN mang" für die Mitte Berlins
...Trickreich ist ihre "Trianguläre Malerei". Geht ein Betrachter an den
immerhin 1,70 Meter breiten Bildern vorbei, wähnt er, eine Handlung auf der Leinwand zu
erblicken. Dreht man außerdem das Bild um 90 Grad, zeigt sich dem Betrachter eine ganz
andere Aussage in just demselben Werk...
Lausitzer Rundschau/Elbe-Elster Rundschau
...Die "Trianguläre" und "Circuläre" Malerei. Sie besteht aus
großen Formaten mit einer ungeahnten Tiefe. Diese Bilder jeweils um 90 ° gedreht,
verändern ihre Aussage. Menschen werden angehalten miteinander zu reden.
Gefühlsrealismus ist beabsichtigt...
Magazin Club der Autogrammsammler
...Eine kleine Anekdote erzählte mir die Managerin während des Interviews, über das
Verhalten der Betrachter vor den Rehbein Bildern. Eine aufgemalte Tube wirkt so echt,
dass
eine Menge Leute danach griffen, weil sie glaubten die Tube wäre aufgeklebt...
Magazin Club der Autogrammsammler
Die Kunstgalerie ARTIUM verleiht in diesem Jahr ihren Kunstpreis. Er geht in gleichen Teilen an die Luxemburger Sergio di Paoli, Nathalie Zlatnik und die Deutsche Carmen Rehbein (Trianguläre Malerei) Die Verleihung findet am 14. Dezember 2002 um 15:00 Uhr statt im Rahmen der neu eröffneten Bilder und Skulpturen Biennale. ...
TELECRAN Luxemburg
Laudatio zur
Verleihung des ARTIUM Art Award 2002 Luxemburg
Die 1965 geborene Berliner Künstlerin Carmen Rehbein wird für Ihre Triangulären Werke ausgezeichnet. Diese Gemälde
oszilieren zwischen geometrisch abstrakten und figurativen Kompositionen, inhaltlich zwischen Illusion und Verfremdung.
Zweifellos steht Rehbein der Tradition der Malerei der Sachlichkeit nahe.
Die Routine der Alltäglichkeit und das oft Übersehene übersteigt und isoliert sie mit meisterhafte Flächenbehandlung und Lichtführung, bis es Raum gewinnt und beinahe unheimlich erscheint, ohne jedoch metaphysisch zu sein. Sowenig wie die Bilder rein mimetisch sind, sondern hochartifizielle, kalkulierte Kreationen, so weinig handelt es sich um harmlose Motive: Die Bedrohung des Menschen in einer von ihm selbst geschaffenen fremden Welt ist durchaus mitgedacht.
Der Einbruch des Chaos scheint kurz bevor zu stehen – oder aber liegt bereits zurück. Doch entbehren die Bilder jeder Sentimentalität und jedes Pathos.
Kunsthistorikerin, Chefredakteurin
Maria M.J. Burghagen
Luxemburg
...Man muss aber nicht immer die spektakulären Dinge vollbringen", ist ihre
Lebenserfahrung. "Das Gute liegt oftmals ganz nah und quasi vor der Haustür."
Da sind zum Beispiel ihre Schuhe, die sie portraitiert hat. "Was können abgelatschte
Schuhe nicht alles erzählen", stellt die Künstlerin fest - es kann ein ganzes Leben
sein...
Lausitzer Rundschau/Elbe-Elster Rundschau
Laudatio (Auszug)
Vernissage Schuhgeschichten, Galerie Prince & Prince Berlin 22. Oktober 2002
Verehrte Gäste, liebe Freunde,
zur Vernissage der Kunstmalerin Carmen Rehbein anlässlich des „Internationalen Tag des Schuhs“ begrüße ich Sie ganz herzlich. Ich bin gebeten worden, dazu einige ernsthafte, möglichst bis - tief unter die Brandsohle - schürfende Gedanken zu einer der wichtigsten
Erfindungen der Menschheit zu äußern, zur Fußbekleidung im Allgemeinen und zum Schuh im
Besonderen.
Tatsächlich kommen Schuhe in der Welt der Literatur, des Geistes und der Philosophie selten vor. Hosen und Hemden – ja, Unterwäsche – na klar, Büstenhalter und Schlüpfer – erst recht. Auch Taschentücher, die schöne Damen im richtigen Moment fallen lassen, um die Herrn ihrer Herzen von den Schuhen auf die Knie zu zwingen.
Aber Schuhe? Beim ältesten literarischen Fußwerk, das ich aus Kindertagen erinnere, handelte es sich um Damenpumps. Nicht nur das, sie waren auch noch maßgeschneidert, so dass sie nur ihrer
Besitzerin passten, und obendrein waren sie gülden. Ihre Besitzerin hörte auf
Aschenputtel und mit diesem neckischen Namen eroberte sie am Ende natürlich den Prinzen. Eine
andere Fußbekleidung, die ich ebenfalls aus Bettgeschichten erinnere, war eine Art
Hightech-Hausschuh. Erfunden wurden sie in Regionen, die man heute gemeinhin mit Öl und Terroristen in Verbindung bringt, und sie hatten eine sehr nützliche Eigenschaft: Der kleine Muck konnte damit schneller laufen, als jeder Verfolger.
Ganz woanders auf der Welt brachte es sehr viel später eine andere Art Fußwerk zur Berühmtheit. Diese Schuhe zeichneten sich in Ermangelung weißer Westen ihrer Träger durch weiße Schürzen aus, die zum Markenzeichen eines blühende Gewerbes in den USA wurde. Wo weiße Gamaschen auftauchten, waren blaue Bohnen ebenso wenig weit wie meist auch sündhaft hochhackige Pumps.
Schuhen psychologisch tiefer hinter die Zunge zu sehen, quasi eine Psychoanalyse von
Brandsohle und Kreuznaht vorzunehmen, blieb einem Dichter vorbehalten, dessen Land als kalte Heimat von Fußwickel und Filzstiefel gelten kann. Jewgeni Jewtuschenko aus Moskau war es glaube ich, der heraus fand, woran man Russen im Ausland identifizieren kann: Sie haben
richtig geraten, an den Schuhen. Ein Russe, behauptete der Dichter könne tun was er wolle, immer sähen seine Schuhe binnen kurzem staubiger, schmuddeliger und abgetragener aus, als die anderer Ausländer. Das Gegenteil bewies bald darauf ein Landsmann des Dichters der
globalen Telegesellschaft: Der Schuh, mit dem Nikita Chrustschew vor der UNO aufs Rednerpult trommelte, war weder schmuddelig noch abgetragen, sondern ein echter Aufreger.
Zusammenfassend können wir feststellen: Schuhe und ihre tiefere Bedeutung sind der
Geisteswelt nicht völlig entgangen. Sogar in der Musik finden sich dafür Belege: Etwa der
Holzschuhtanz, der Schuhplattler oder die Blues Waves Shoes, auf denen Elvis Presley das Becken schwang.
Wo aber sind die Schuhe in der Welt der Bilder, im Blick der Maler, im Universum von Pinsel, Farbe und Leinwand? Mona Lisa - Fehlanzeige. Michelangelos „Die Erschaffung Adams“ -
barfuss. Van Goghs berühmtes Selbstporträt - ohne Unterleib.
Deshalb ist es zum heutigen Internationalen Tag des Schuhs um so höher zu würdigen, auf Schuhspitzen sozusagen, dass eine Künstlerin aus Berlin-Köpenick die Tür zu einem neuen
Sujet der bildenden Kunst aufgetan hat: Mit der Schuh-Art haucht Carmen Rehbein dem Fußwerk endlich künstlerisches Leben ein. Und indem sie als Gäste heute ihr Fußwerk zum Fotoporträt zur Verfügung stellen, geben sie der Schuh-Art neue Impulse und Anregungen für neue
Schuhgeschichten von Carmen Rehbein. Dass die Künstlerin übrigens nicht nur Schuhe in Kopf und Pinsel hat, davon können Sie sich in der kleinen Auswahl jüngerer Werke heute Abend überzeugen. Und mal unter uns, praktisch hinter vorgehaltener Brandsohle: Einiger dieser Gemälde, die auch schon in der Schweiz, in Österreich und in Frankreich ausgestellt wurden, sind jüngst in Luxemburg mit einem Kunstpreis geehrt worden.
Dank gebührt auch unserem hochgeschätzten Galeristen Ulrich Bergner: Er hat - nicht als Schuhplattler sondern gewissermaßen als Schuh-Pate - das mutige und unsterbliche Verdienst, die Schuh-Art aus der Taufe der Galerie
Prince & Prince heben zu helfen.
Damit bleibt mir nur noch eines. Ich rufe Ihnen, liebe Schuhhörer und Schuhschauer, mit
herzlichen Glückwünschen zu: Lang lebe der Internationale Tag des Schuhs.
In diesem Sinne: Viel Vergnügen heute Abend, It´s Schuh-Time!
Journalist
Thomas J. Bencard
..Seid Ihrer Kindheit malt sich die 1965 geborene ihre Emotionen von der Seele. Dies
geschieht meist nachts, in einem Stück, direkt von der innerlich vorgestellten Vorlage
ohne Skizze aufs Papier oder Leinwand - und das in einer für sie typischen
Eigenständigkeit. Da bannt sie ihre früheren Träume vom Ballett in Harmonie und Grazie
für den Betrachter, zeigt den nackten, unbeholfenen Menschen als Wunderwerk der Natur in
zahlreichen Facetten - teils stativ, aber auch bewegend...
Lausitzer Rundschau/Elbe-Elster Rundschau